Boys’Day Zukunftstag: Ein Tag, der bleibt
Beim Boys’Day werfen Schüler einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen der Pflege – und nehmen mehr mit, als sie erwartet haben.
Einblicke, Begegnungen und neue Perspektiven auf die Pflege
Es ist kurz nach neun Uhr am Standort Gürtelstraße. Im Speisesaal füllt sich der Raum langsam mit Stimmen, leisen Witzen und dieser typischen Mischung aus Neugier und Unsicherheit. 34 Jungen zwischen 13 und 17 Jahren sind an diesem Morgen gekommen, weitere elf am Standort Stavangerstraße. Was sie verbindet: Sie wissen noch nicht genau, was sie erwartet und genau darum geht es an diesem Tag.
Ankommen, zuhören, eintauchen
Um 9:15 Uhr beginnt der Boys’Day offiziell. Einrichtungsleiter und Vorstandsmitglied Philipp Kramp begrüßt die Gruppe: nicht mit einem klassischen Vortrag, sondern mit einem offenen, ehrlichen Einblick in die Welt der Pflege.
Schnell wird klar: Pflege bedeutet weit mehr als Versorgung. Es geht darum, Menschen zu stärken, ihre Fähigkeiten zu erhalten und ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen. In den Einrichtungen der Seniorenstiftung leben über 560 Bewohner:innen, begleitet von rund 570 Mitarbeitenden – ein großes Gefüge, das von persönlichen Begegnungen geprägt ist.
Kleine Gruppen, große Eindrücke
Nach der Einführung wird es praktisch: Die Schüler verteilen sich auf die Wohnbereiche und begleiten Mitarbeitende im Alltag. Sie helfen bei der Essensausgabe, unterstützen bei Betreuungsangeboten und kommen mit Bewohner:innen ins Gespräch. Plötzlich wird Pflege greifbar und aus Beobachtung wird Erfahrung. Ein anschauliches Beispiel liefert die Erklärung des Bewohnerbeirats: „Stellt euch das wie eine Klasse vor“, erklärt eine Fachkraft. „Mit einem Klassensprecher und anderen, die Verantwortung übernehmen.“ Ein Vergleich, der schnell verstanden wird und zeigt, wie Mitbestimmung auch im Alter gelebt wird.
Die Eindrücke sind unterschiedlich und genau das macht den Tag so wertvoll. Einige Schüler kommen mit klaren Vorstellungen, andere sind einfach neugierig. Was sich verändert, ist der Blick auf den Beruf. Pflege wird konkreter, greifbarer und für manche plötzlich eine echte Option.
Austausch und Perspektiven
Beim gemeinsamen Mittagessen werden Erfahrungen geteilt, Fragen gestellt und erste Eindrücke reflektiert. Im Anschluss geht es um Ausbildungswege: von der Pflegefachassistenz bis zur dreijährigen Ausbildung zur Pflegefachkraft. Auch die Vergütung sorgt für Aufmerksamkeit – ein Thema, das viele überrascht und zeigt, wie sehr sich der Beruf gewandelt hat.
Am Ende des Tages nehmen die meisten mehr mit als nur eine Teilnahmebestätigung. Sie gehen mit neuen Eindrücken, einem realistischeren Bild von Pflege und oft auch mit mehr Respekt für einen Beruf, der gesellschaftlich unverzichtbar ist.
Der Boys’Day zeigt, wie wichtig es ist, jungen Menschen echte Einblicke zu ermöglichen. Vorurteile weichen Begegnungen, Unsicherheit wird zu Verständnis. Und manchmal beginnt genau so ein Weg: nicht mit einer festen Entscheidung, sondern mit einem Tag, der bleibt.